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Gicht – Die Ernährung hat einen wichtigen Einfluss!

Brennende Gelenkschmerzen und Schwellungen an den Gelenken? Wie können Sie mit der richtigen Ernährung vorbeugen?
 
 
Allgemein unterscheidet man primäre Gicht, die genetisch bedingt ist und sekundäre Gicht, die aufgrund von Übergewicht und falscher Ernährung entstehen kann. Beide Arten können jedoch mit einer optimalen und gesunden Ernährung sowie einer schrittweisen Gewichtsreduktion und der Unterstützung durch bestimmte Medikamente sehr effektiv behandelt werden.

Gicht wird auch Hyperurikämie oder Arthritis urica genannt und ist eine Form von Arthritis. Ein akuter Gichtanfall tritt bei circa 75% aller Gichtbetroffenen am Ansatz der großen Zehe im sogenannten Großzehengrundgelenk auf und wird auch Podagra genannt. Grundsätzlich können aber auch Gelenke an Füßen, Beinen, Knien, Händen und Fingern betroffen sein.

Hauptursache für die Entstehung von Gicht ist eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut. Harnsäure entsteht, wenn im Körper sogenannte Purine abgebaut werden. Purine sind natürliche Stoffe, die sich im Körper selbst, aber natürlich auch in Nahrungsmitteln befinden. Normaler Weise wird überschüssige Harnsäure über den Urin ausgeschieden. Bei circa 90% der Gichtpatienten funktioniert die Ausscheidung über den Urin nicht ausreichend. Die überschüssige Harnsäure kristallisiert aus (Uratkristalle) und lagert sich in den Gelenken und im umliegenden Gewebe ab. Dort kommt es dann zu einer Entzündung mit Schwellungen, Rötungen und  Schmerzen – einem Gichtanfall.

Die genetische Veranlagung, das Geschlecht, aber vor allem Übergewicht und damit verbunden die Ernährung nehmen eine wichtige Schlüsselrolle bei der Entstehung von Gicht ein. Natürlich können Sie Ihre genetische Veranlagung nicht ändern. Aber Ihre Ernährung können und sollten Sie direkt beeinflussen um somit Ihr Gichtrisiko aktiv minimieren.

Dabei ist zunächst eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren überhaupt zu ermöglichen. Mit den folgenden Ernährungstipps können Sie selbst Ihr Gichtrisiko mindern bzw. einen nächsten Gichtanfall verhindern:
  • Meiden Sie purinreiche Lebensmittel wie Leber, Hering, Sardellen, Sprotten, Makrelen, rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm), Meeresfrüchte wie Thunfisch, Garnelen und Hummer. Bevorzugen Sie stattdessen Geflügel.
  • Nehmen Sie mehr pflanzliches Eiweiß zu sich. Der Verzehr von Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen können dabei helfen, die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, die zu Übergewicht führen, zu minimieren.
  • Stellen Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Vor allem Biergenuss wird mit der Entstehung von Gicht in Verbindung gebracht. Denn Alkohol beeinflusst den Stoffwechsel und beeinträchtigt die Ausscheidung von Harnsäure.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit auf, um die Nierenfunktion zu unterstützen und das Ausscheiden von überschüssiger Harnsäure zu ermöglichen. Dabei wird in erster Linie Wasser und ungesüßtem Tee empfohlen.
  • Folgen Sie den Empfehlungen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und weniger Weißbrot, Kuchen und Süßigkeiten. Zwar enthalten auch Vollkornprodukte eine moderate Menge von Purinen – sind jedoch dabei sehr nährstoffreich.
  • Reduzieren Sie weitestgehend den Verzehr von Süßigkeiten, die vor allem Einfachzucker enthalten. Zu viel Süßes ist wiederum für Übergewicht verantwortlich, was die Gelenke zusätzlich belastet.
  • Für die Zubereitung der Speisen werden Fette und Öle empfohlen die einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Gehärtete Fettsäuren sollten Sie vermeiden – achten Sie dazu beim Einkauf auf Formulierungen wie „teils gehärtet“ in den Inhaltsangaben.

Befolgen Sie diese Richtlinien einer Diät und lassen Sie sich ggf. fachlich von einer Ernährungsberatung unterstützen. So können Sie Ihr Gichtrisiko und das Auftreten eines nächsten Gichtanfalls gezielt reduzieren.

 
Quelle: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlag 2006, Seite 356
 
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